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Standardisierung von Dokumenten-Management- und elektronischen Archiv-Lösungen für die Sparkassenorganisation
Einleitung
Bedeutung und Nutzen elektronischer Archivsysteme
Die SIZ-Archivsystemarchitektur
Infrastruktur für den effizienten Einsatz von Archivsystemen
Produkte und Trends
Ausblick

Von Dieter Bartl

Abstract
Das Informatikzentrum der Sparkassenorganisation (SIZ) führt seit 1994 eine Reihe von Projekten zum Thema elektronische Archivierung und Dokumenten-Management durch. Ziel ist, diese Basistechnologie für die Sparkassenorganisation zu standardisieren, um eine langfristige und sichere Bereitstellung aller Arten von Dokumenten zu gewährleisten. Sogenannte „SIZ-konforme“ Archivsysteme bestehen aus einzelnen Diensten im Sinne einer strengen Client-Server-Architektur, die von beliebigen anderen Anwendungen für die Ablage und Archivierung aller Arten von Dokumenten genutzt werden können. Die offene Architektur ist modular erweiterbar, deckt sowohl große und kleine als auch zentrale und dezentrale Lösungen ab und wird künftigen Anforderungen wie Internet und Intranet ebenfalls gerecht.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die Archivsystemarchitektur sowie die für den effizienten Einsatz notwendigen Infrastrukturen und zeigt, wie den Anwendern von Archiv- und Dokumenten-Management-Systemen durch die standardisierte „SIZ-konforme“ Lösung ein Höchstmaß an Sicherheit geboten werden kann - für die archivierten Dokumente ebenso wie für die getätigten Investitionen.
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Einleitung
Das Jahr 2000 bringt beträchtliche infrastrukturelle Herausforderungen für die Sparkassenorganisation und die gesamte Wirtschaft mit sich. Hierzu gehören
die Währungsumstellung,
Datumsumstellung,
neue Technologien,
Herausforderungen des Marktes und
gesetzliche Anforderungen.
Eine Voraussetzung zur Begegnung dieser Herausforderungen sind elektronische Archiv- und Dokumenten-Management-Systeme als Basistechnologie, um eine langfristige und sichere Bereitstellung aller Arten von Dokumenten zu gewährleisten. Dokumenten-Management ist die Schlüsseltechnologie zur Integration verschiedener Dokumentenbestände und Applikationen eines Unternehmens. Vor allem die Finanzdienstleistungsbranche hat kaum noch eine Wahl, auf solche Systeme zu verzichten. Viele Dienstleistungen, besonders im Bereich der Erfüllung von Kundenwünschen, sind ohne diese Technik heute nicht mehr realisierbar. Verbesserte Auskunftsfähigkeit und Serviceleistungen fördern die Kundenzufriedenheit und führen zu einer Kundenbindung.
Die Sparkassenorganisation
Die Sparkassenorganisation (S-Finanzgruppe) ist der größte Finanzdienstleister der Welt.
Die Institute und Institutionen der S-Finanzgruppe bilden mit ihren 24.000 Standorten ein flächendeckendes Netz über Deutschland.
Die Rolle des SIZ
Das 1991 gegründete Informatikzentrum der Sparkassenorganisation (SIZ) hat die Aufgabe, langfristig stabile technologische Grundlagen zu schaffen, deren Umsetzung zu einer stärkeren Vereinheitlichung und Standardisierung der IT-Landschaft in der Sparkassenorganisation führen wird. Durch die Koordination im SIZ und Kooperationen mit Partnern und Rechenzentren der Sparkassen und Landesbanken in der SIZ-Gemeinschaft werden Entwicklungen in und um die EDV nicht mehr redundant, sondern gebündelt behandelt und der Sparkassenorganisation zur Verfügung gestellt. Bundesweite Standardisierungen schaffen die notwendige Kompatibilität für Anwendungslösungen. Beteiligt am SIZ-Prozeß sind neben dem SIZ selbst
Sparkassen, Landesbanken, Verbandsrechenzentren, DSGV (Deutscher Sparkassen- und Giroverband), DSV/DSD,
Privat- und Firmenkunden,
Hersteller und Systemhäuser.
Seit 1994 führt das SIZ eine Reihe von Projekten zum Thema elektronische Archivierung und Dokumenten-Management durch. Ziel ist, diese Basistechnologie moderner Informationssysteme für die Sparkassenorganisation zu standardisieren, um eine langfristige und sichere Bereitstellung von Dokumenten zu gewährleisten. Die Archivprojekte widmeten sich in mehreren Stufen unterschiedlichen Aspekten der elektronischen Archivierung - von der Definition einer Architektur, die sich an internationalen Standards orientiert, Festlegung von Dokumentenformaten und einer einheitlichen Nomenklatur, Auswahl geeigneter Produkte bis hin zu einem Konzept zur effizienten organisatorischen Einführung solcher Lösungen. Nicht nur unter den ausgewählten Systemanbietern und in den Arbeitsgruppen, die sich aktiv mit Dokumenten-Management- und Archivlösungen beschäftigen, hat sich für diese standardisierten Systeme der Begriff „SIZ-konforme Archivsysteme“ eingebürgert. Eine Reihe von Verbandsrechenzentren und Instituten hat bereits mit der Umsetzung der Empfehlungen und der Einführung von Lösungen begonnen. Durch Zusammenschlüsse auf Verbandsebene sind mit den bei der Produktauswahl ermittelten, empfohlenen Anbietern Standardmodule in Vorbereitung, die den individuellen Aufwand für die Institute verringern.
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Bedeutung und Nutzen elektronischer Archivsysteme
Elektronische Archiv- und Dokumenten-Management-Systeme sind heute eine wichtige Basistechnologie für alle Arten von Anwendungen. Sie stellen daten-bankgestützt die benötigten Daten und Dokumente für alle Anwendungskategorien bereit. Herkömmliche Archivsysteme zur Speicherung großer Dokumentenmengen wurden ergänzt um Systeme, die auch eine dynamische Verwaltung von Dokumenten erlauben. Solche Dokumenten-Management-Systeme lösen nicht nur die Probleme der Aktenberge, sondern übernehmen auch die Dateiverwaltung in Netzwerken, die mit herkömmlichen Datei-Managern sehr unübersichtlich geworden ist. Die in Archivsysteme integrierte Indexdatenbank stellt dem Benutzer oder einer Anwendung die gewünschten Informationen
unabhängig von ihrer Form,
schnell,
aktuell,
gleichzeitig an beliebig vielen Arbeitsplätzen, zusammenhängend,
vollständig und ohne Medienbruch
am Bildschirm wieder zur Verfügung. In der Bereitstellung der Informationen, die die bisherigen Restriktionen einer eindimensionalen Papierorganisation überwindet, liegt der eigentliche Nutzen solcher Systeme, da die Erfassung und eindeutige Indizierung aufwendig sind und große Sorgfalt erfordern. Der Gesetzgeber verlangt bei allen Dokumenten, die unter steuerrechtliche Regelungen fallen, daß sie auch nach Jahren noch wiedergefunden und zur Anzeige gebracht werden können. Dies bringt hohe Anforderungen an die Technik aber auch an die Organisation des Anwenders mit sich. Trotz dieser Aufwände lohnt sich der Einsatz elektronischer Archiv- und Dokumenten-Management-Systeme als Basisdienste. Viele Dienstleistungen sind ohne diese Technik heute nicht mehr realisierbar. Nutzenpotentiale wie
Einsparung von Such-, Wege- und Liegezeiten,
sofortige Auskunftsbereitschaft,
Verhinderung von Fehlablagen und aufwendiger Rücksortierung,
Vermeidung von Kopien und redundanter Aktenführung,
geordnete Ablage nach verschiedenen organisatorischen und inhaltlichen Gesichtspunkten,
gleichzeitige Nutzung von Informationen durch verschiedene Mitarbeiter,
Zusammenführung von Dokumenten aus verschiedenen Quellen,
gezielter Zugriff auf einzelne Dokumente ebenso wie Bereitstellung kompletter elektronischer Akten,
programmgeschützter Zugriff auf Informationen,
Versendung benötigter Informationen über Netzwerke oder mittels Medien,
erneute Nutzung bereits vorhandener Informationen in DV-Systemen,
Eliminierung von Arbeitsschritten in bisher papiergebundenen Prozessen
und andere Aspekte machen Archiv- und Dokumenten-Management-Systeme heute in jedem Fall wirtschaftlich. Sie müssen dabei so ausgelegt sein, daß sie unabhängig von Entstehungsformaten der Dokumente, modular mit jeweils moderneren Komponenten ausbaubar sind und als Dienst vielen Anwendungen zur Verfügung stehen. Erst die langfristige Verfügbarkeit der Informationen rechtfertigt Aufwände und Investitionen bei der Einrichtung und dem Betrieb von Archiv- und Dokumenten-Management-Systemen. Der Standardisierung der Systemkomponenten und Speicherformate kommt daher eine besondere Bedeutung zu.
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Die SIZ-Archivsystemarchitektur
In herkömmlichen Archivsystemen gibt es meist einen speziellen Archivsystem-Clienten, eine Anwendung, eine Indexdatenbank und ein Archivspeichersystem. Alle benötigten Anwendungen müssen direkt in den Clienten und die Archivapplikation eingebunden werden. Diese Systeme entsprechen nicht dem Archivsystemkonzept des SIZ und lassen häufig die benötigte Modularität und Ausbaufähigkeit vermissen. Bedingt durch die Struktur der Sparkassenorganisation und die zukünftigen Anforderungen an die Bereitstellung von Informationen muß von verschiedenen Clienten und Anwendungen auf Archive zugegriffen werden können. Das Archivsystem soll dem Anwender die Verwaltung aller seiner Dokumente abnehmen, so daß sich dieser nicht darum zu kümmern hat, wo seine Information abgelegt wird und wo er sie wiederfindet.
SIZ-Informationsobjekte
Für die einheitliche und kompatible Speicherung von Dokumenten und Daten wurde im Rahmen der Archivprojekte ein neutrales Format definiert. SIZ-Informationsobjekte setzen sich aus einem selbstbeschreibenden Header und einer beliebigen Inhaltskomponente zusammen. Ein spezielles Prüfsummenverfahren sichert die Verbindung von Header und Inhaltskomponente. Damit werden „elektronische Dokumente hoher Qualität“ geschaffen, die eine hohe Rechtssicherheit garantieren. Der Header enthält die wichtigsten Attribute des Informationsobjektes und besteht aus
der Pflichtkomponente Grundindex für den Zugriff auf Informationsobjekte
und einer optionalen freien Komponente mit systeminternen, anbieterspezifischen oder freien Attributen.
Der Grundindex umfaßt zwölf Komponenten, die aus den Grundfeldern internationaler Normen und Standards (ODA, DFR, ITU T.345, DMA und Shamrock) abgeleitet wurden. Er kann in der gesamten Sparkassenorganisation einheitlich eingesetzt werden.
Ablage, Archiv und verteilte Systeme
SIZ-konforme Archivsysteme bestehen aus einzelnen Diensten im Sinne einer strengen Client-Server-Architektur, die von beliebigen anderen Anwendungen für die Ablage und Archivierung genutzt werden können, und zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
Speicherung und Verwaltung aller Arten von Dokumenten, Speicherung dynamischer und unveränderlicher Informationen,
konsistente Langzeitspeicherung,
Dienstekonzept,
große und kleine Lösungen,
zentrale und dezentrale Lösungen,
eigener Recherche-Client oder Einbindung in vorhandene Anwendungen,
modulare Erweiterbarkeit,
verteilte Archive,
kompatible Lösungen verschiedener führender Anbieter,
Integration in die SIZ-IT-Strategie und Berücksichtigung internationaler Normen, Industriestandards, gesetzlicher Rahmenbedingungen und Technologietrends.
Die Archivsystemarchitektur besteht aus drei Ebenen:
Client-Ebene zur Nutzung des Archivsystems,
Ablage-Ebene zur Verwaltung dynamischer, veränderlicher und temporärer Informationen (auch als traditionelle Dokumenten-Management-Systeme (DMS) bezeichnet),
Archiv-Ebene zur langfristigen Speicherung großer Informationsmengen auf nur einmal beschreibbaren optischen Speichern (häufig auch als revisionssi-chere Archivsysteme zur unveränderbaren Langzeitarchivierung bezeichnet).
Alle erforderlichen Veränderungen erfolgen in der Ablage-Ebene, das eigentliche Archiv bleibt statisch und damit langfristig ohne Anpassungen verfügbar. Die Ablage-Ebene besitzt verschiedene Dienste und unterschiedliche Schnittstellen zu Anwendungen und Clienten, die auf das Archivsystem zugreifen. Damit können auch Programme wie Lotus Notes, Workflow-Systeme und Sparkassenanwendungen die Archivdienste nutzen. Zu den wichtigsten Diensten der Ablage-Ebene gehören:
Unique-Identifier-Dienst zur Generierung einer eindeutigen Kennzeichnung für jedes Dokument in der Sparkassenorganisation,
Indexdatenbank zur Verwaltung der Dokumente in der dynamischen Ablage und im Langzeitarchiv,
Lokalisierer zum Aufbau großer, verteilter Archivlösungen mit mehreren Ablagen und Archiven,
Cache (Zwischenspeicher) für Dokumente, die in das Archiv gelangen sollen oder aus dem Archiv geholt werden,
Konverter zur Umsetzung von Dateien in Informationsobjekte für das Archivsystem u.a.,
Versionsmanagement für die Verwaltung von Versionen von Dateien und Dokumenten, für die Zuordnung von Hintergrundlayouts u.a.
Da im Archivsystemkonzept die meiste Funktionalität in die Ablage-Ebene gelegt wurde, sind die eigentlichen Langzeitarchivkomponenten relativ einfach strukturiert. Diese Einfachheit sichert, daß sie langfristig verfügbar sind und keinem Änderungsdienst unterliegen müssen. Die wichtigsten Funktionen des Archivspeichersystems sind die Verwaltung von Jukeboxen, Laufwerken und Medien mit einer eigenständigen Zugriffsdatenbank und die Bereitstellung von Zugriffsmöglichkeiten auf Medien, die im Laufwerk (online), in der Jukebox (nearline mittels Robotik) oder im Regal (offline) stehen können. Caching und intelligente Software zur Zugriffsoptimierung sowie Tools zur Pflege und Sicherheit des Systems runden die Archivspeicherkomponenten ab.
Für die Nutzung eines Archivsystems sind zwei Varianten von Clienten vorgesehen. Zum einen wurde ein spezieller Recherche-Client definiert. Dieser Client besitzt eine eigene Oberfläche zum Ablegen, Suchen, und Anzeigen von Dokumenten. Er besitzt Komponenten wie ein lokales Dokumenten-Management zum Vorhalten gefundener Akten und schnellen Blättern, Anzeigeprogramme (sogenannte „Viewer“) und eine Schnittstelle zur Kommunikation mit dem Archivsystem. Alternativ können die genannten Komponenten auch in andere Clienten integriert werden („Enabling“) und stellen die Archivfunktionen dann anderen Anwendungen zur Verfügung. Auf diese Weise läßt sich zum Beispiel ein herkömmlicher Dateimanager ersetzten.
Verteilte Archivsysteme
Diese modulare Architektur erlaubt die Konstruktion großer, verteilter Archivlösungen. Um ein verteiltes Archiv realisieren zu können, bedarf es eines über-geordneten Verwaltungsprogrammes. In diesem Dienst, dem bereits erwähnten Lokalisierer, werden alle Informationen zu Datenbanken, Ablagen, Archiven und anderen Lokalisierern verwaltet. Der Anwender braucht nicht zu wissen, wo seine Informationen abgelegt sind. Stellt der Benutzer eine Suchanfrage, erkennt der eigene Lokalisierer, daß zu dieser Anfrage auch Informationen in einem anderen Archiv sein können. Der Lokalisierer prüft, ob der Anfragende berechtigt ist, auf das entfernte Archiv zuzugreifen und leitet im positiven Fall die Anfrage an den entfernten Lokalisierer weiter. Dieser weiß, in welcher Datenbank gesucht werden muß und wo sich die Information befindet. Das entfernte Archiv kann dem Anwender nunmehr die Hitliste und das gewünschte Dokument zur Verfügung stellen.
Durch das Archivsystemkonzept hat der Anwender die Möglichkeit, seine Systeme kontinuierlich auszubauen und ältere und neuere Subsysteme gemischt zu betreiben. Für Änderungen und Ergänzungen müssen nur die Einträge des Lokalisierers angepaßt werden. Über eine Replikationsfunktion werden neue und geänderte Einträge an die anderen bekannten Lokalisierer innerhalb eines logischen Archivs automatisch übermittelt. Halten sich Archivsystemanbieter an Architektur und Vorgaben des SIZ, ist die langfristige Informationsverfügbarkeit sichergestellt.
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Infrastruktur für den effizienten Einsatz von Archivsystemen
Neue Technologien und Herausforderungen wie
Internet und Intranet,
Videokonferenzen,
Multimedia,
zusätzliche neue Anwendungen,
intensivere Datenbanknutzung,
Netzwerkmanagement,
Heimarbeitsplätze oder mobile Arbeitsplätze,
Netzwerkfunktionalität (Java)
wirken sich auf die Netzwerkinfrastruktur und Übertragungsanforderungen aus und erfordern ein erhebliches Wachstum der Netzwerk-Bandbreite im LAN- und WAN-Bereich. Die Anforderungen an die Bandbreite steigen „vom kbit zum Mbit“ und künftig bis in den Gbit-Bereich hinein. Die Gartnergruppe geht von ei-nem 500-prozentigen Anstieg der Netzwerk-Bandbreite aus. Insbesondere Multimedia-Dokumente bringen auch neue Anforderungen an das Dokumenten-Management mit sich. Eine Anlage- oder Kreditberatung mit multimedialer Selbstbedienung erfordert beispielsweise
den Einsatz von Desktop-Video in der Kundenberatung,
ganzheitliche, technikgestützte Finanzberatung (Multipoint),
Zugriff auf Informations- und Datenbankdienste,
elektronische Unterschrift mit Chipkarte.
Weitere strategische Anforderungen liegen in einer Netzöffnung der Sparkassenorganisation, durch die die S-Finanzgruppe in der Lage ist, zusätzliche Dienstleistungen wie Mehrwertdienste und Anwendungen anzubieten. Zu den Mehrwertdiensten gehören EDI/EDIFACT, Internet und Online-Dienste oder virtuelle Kaufhäuser.
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Produkte und Trends
In Anbetracht der Entwicklung von Internet, Intranets und World Wide Web entstehen auch neue Anforderungen an das Dokumenten-Management und die elektronische Archivierung. Durch das Dienstekonzept des SIZ und durch neu aufgesetzte Projekte wird der Weiterentwicklung dieser Technologien Rechnung getragen.
Der Dokumenten-Management-Markt wird vom Internet profitieren. Dokumenten-Management-Technologien sind in der Lage, die riesigen Informationsmengen sinnvoll zu erschließen und zu verwalten. Dokumenten-Management bildet zunehmend die Basis für Dokumenten-Datenbanken im Internet und für unter-nehmensweite Intranets zum Zugriff, zur Aktualisierung und Verteilung von Dokumentsammlungen. Auch Electronic Commerce, der computergestützte Handel unter Einbeziehung von EDI, Electronic Funds Transfer (EFT), Electronic Banking, Fax, E-Mail, Internet und Computer-zu-Computer Datenübermittlung, kann in verteilte Dokumenten-Management-Lösungen einbezogen werden.
Neben eigenständigen Clienten und dem Enabling vorhandener Anwendungen lassen sich auch Standard-Browser wie Netscape oder Explorer als Client für die Anzeige und das Retrieval von Dokumenten einsetzen.
Vor der produktiven Nutzung neuer Technologien durchlaufen diese allerdings verschiedene Entwicklungsstufen.
Das SIZ hat bei der Auswahl geeigneter Produkte sehr strenge Maßstäbe angelegt, die nicht nur Produkteigenschaften, sondern auch die Zukunftssicherheit, Modularität der Lösungen, Eignung für unterschiedliche Zwecke in der Sparkassenorganisation und die Verläßlichkeit der Anbieter beinhalteten. Durch die Standardisierung der Archivsysteme für die Sparkassenorganisation ist sichergestellt, daß auch ein Wechsel des Anbieters, ein kontinuierlicher Ausbau und die Zusammenführung unterschiedlicher Archive gewährleistet sind. Die Kompatibilitätsanforderungen führten zwar zu einer Einschränkung der einzusetzenden Produkte, die den Instituten aber angesichts der stürmischen Marktentwicklung auch Entscheidungshilfe und Sicherheit bietet.
Da sich die Funktionalität der verschiedenen Produkte aus dem Archiv-, Dokumenten-Management-, Workflow-, Groupware- und Textretrieval-Umfeld immer mehr annähert, hilft die Bewertung einzelner Merkmale heute nicht mehr weiter, um ein geeignetes Produkt zu finden. Elektronische Archive sind eine Langfristentscheidung. Es muß daher mit anderen Kriterien gemessen werden. Die Einhaltung internationaler Standards für Schnittstellen und einheitliche Dokumentenformate werden immer wichtiger. Auch die Überlebensfähigkeit von Unternehmen und ihren Produkten wird zu einem entscheidenden Faktor. Gleiches gilt für erfahrenes und qualifiziertes Personal, das auch den fachlichen Anforderungen der S-Finanzgruppe gewachsen ist.
Durch den Eintritt der führenden Softwareanbieter hat sich der Markt für elektronische Archiv- und Dokumenten-Management-Systeme in den letzten drei Jahren stark verändert. Viele qualifizierte Anbieter der „ersten Stunde“ mußten ihre eigenen Produkte aufgeben und arbeiten nur noch als Systemintegratoren für die Hersteller von Standardkomponenten, wurden aufgekauft oder verschwanden ganz. Migrationsprojekte, in denen komplette Archive aufwendig umformatiert, portiert oder umkopiert werden müssen, sind heute keine Seltenheit. Die Kosten können dabei die Erstinvestition um ein Vielfaches übertreffen.
Angesichts des Preisverfalls am Markt muß sich der Anwender überlegen, ob er einem schnellebigen Produkt, das vielleicht mit einem Scanner „gebundelt“ oder zusammen mit einer „Office Suite“ angeboten wird, seine wichtigsten Informationen für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte anvertrauen will. Der Trend zu günstigen Standardkomponenten hat aber auch positive Auswirkungen auf qualitativ hochwertigere Produkte. Während in der Vergangenheit die Client-Programme noch tausende von Mark kosteten, werden heute Basismodule wie Anzeigefunktionen nahezu kostenfrei mitgeliefert. Softwareanbieter stützen sich zunehmend auf einheitliche Subsysteme wie Scanner, Jukeboxen und optische Laufwerke. Dies hat zu einer Standardisierung von Schnittstellen geführt, so daß die meisten professionellen Produkte inzwischen eine Vielzahl der am Markt verfügbaren Komponenten unterstützen. Damit ist der Austausch von einzelnen Teilen der Lösung durch moderne Komponenten während der Lebensdauer eines Archivs möglich. Die Austauschbarkeit und Erweiterungsfähigkeit bei verlustfreier Nutzung bereits gespeicherter Dokumente und Daten ist eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die Systemwahl.
Die offene Architektur des SIZ-konformen Archivsystems ist modular erweiterbar, deckt sowohl große und kleine als auch zentrale und dezentrale Lösungen ab und erfüllt ebenso künftige Anforderungen wie Internet und Intranet. Auch den Veränderungen der Rechtssituation bezüglich der Anerkennung der digitalen Archivierung wird die standardisierte SIZ-konforme Lösung gerecht. Den Anwendern von Archiv- und Dokumenten-Management-Systemen wird damit ein Höchstmaß an Sicherheit geboten - für die archivierten Dokumente ebenso wie für die getätigten Investitionen.
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Ausblick
Dokumenten-Management und elektronische Archivierung als Basistechnologie für eine moderne Informationsverarbeitung werden auch künftig nicht an Bedeutung verlieren und sind im Rahmen der IT-Strategie zu berücksichtigen. Die Informationstechnik ist heute integraler Bestandteil sämtlicher marktpolitischer Aktivitäten und als strategischer Wettbewerbsfaktor von diesen nicht mehr zu trennen. Wirtschaftliches und technologisches Umfeld werden dabei immer komplexer:
Wirtschaftliche Dynamik
die heutigen Konstanten: Veränderungen und fehlende Kontinuität,
zunehmende organisatorische und geografische Verteilung der Unternehmen,
steigende Anwendererwartungen in die DV mit zunehmender Geschwindigkeit,
Electronic Commerce setzt sich durch.
Technologisches Umfeld
dramatisch zunehmende Komplexität, mit der die Alt-Anwendungen nicht Schritt halten können,
WINTEL gewinnt überzeugend und die Mehrzahl der Clients nimmt an Gewicht zu,
Application-Assembly wird die Norm,
erhebliche Steigerung der WAN-Nutzung und Veränderung der Arbeitsweisen durch das Internet,
kein Nachlassen der Instabilität der Hersteller im Markt,
‘Openness’ bedeutet nicht Herstellerunabhängigkeit.
Aufgrund der strategischen Bedeutung der DV in der Finanzdienstleistungsbranche sind für den DV-Einsatz verschiedene Konsequenzen zu ziehen:
neues Management - und Steuerungsmodell (‘Federated IT-Management’),
flexible und anpassungsfähige Infrastruktur,
interne Risikofinanzierung und ein Hauptverantwortlicher für DV-Investitionen,
Integration mit den Hauptgeschäftsprozessen und Zielen.
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Zuletzt aktualisiert am: 11.12.2001
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