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Anforderungen an IT in der Pharmabranche
(CL: Corinna Linke, Info21; FvB: Felix von Bredow)
CL:
Sie beraten diverse Branchen in Sachen IT. Was ist besonders an der Pharmabranche?
FvB:
Der hohe Qualitätsanspruch. Die Unternehmen haben oft diverse Produktionsstätten rund um die Welt. Und überall muss die gleiche, hohe Qualität der Produkte gewährleistet sein.
CL:
Wie stellen die Unternehmen das sicher?
FvB:
Die Produktion ist detailliert beschrieben. Arbeitsanweisungen z.B. in den so genannten Standard Operations Procedures (SOP). Zusätzlich muß der gesamte Arbeitsablauf technisch dokumentiert werden: Welche Rohstoffe in welcher Qualität einzusetzen sind, und wie dies überwacht und dokumentiert wird. Insgesamt spielt die Dokumentation eine entscheidende Rolle in der Pharmabranche.
CL:
Wieso?
FvB:
Für die Zulassung eines Medikamentes müssen die Pharmafirmen umfangreiche Dossiers abliefern über den chemischen Aufbau, die Wirkung im Körper oder die Ergebnisse von Literaturrecherchen. Diese Unterlagen können einige Ordner füllen. Bislang wurden sie in Kartons verpackt und an die zuständigen Behörden geschickt.
CL:
Und künftig?
FvB:
Da die Zulassungsbehörden, vorrangig zu nennen ist da die US amerikanische FDA Food and Drug Administration, extrem hohe Anforderungen in Bezug auf Umfang und Detaillierungsgrad an diese Dokumentationen stellen, liefern mittlerweile schon einige Unternehmen ihre Unterlagen als pdf-Dokumente ab. Sie sind im Prinzip genauso aufgebaut wie die Papier-Ordner - halt nur elektronisch. Das spart Material- sowie Versandkosten und reduziert den Aufwand für Handling und Archivierung. Aber auch die Verfahren auf Seiten der Zulassungsbehörden werden durch die elektronische Dokumentation erheblich beschleunigt, was für die Pharmaunternehmen aus dem Blickwinkel Time-to-Market echte Wettbewerbsvorteile bedeuten kann.
CL:
Welche Rolle spielt IT generell in der Branche?
FvB:
Bis vor ein paar Jahren keine zentrale Rolle. Die Pharmafirmen konzentrierten sich aufs Kerngeschäft - die Entwicklung neuer Produkte. Doch mittlerweile ist IT als entscheidender Wettbewerbsvorteil erkannt worden, weil sich damit die Entwicklungszeiten für neuen Medikamente drastisch senken lassen.
CL:
Und wie?
FvB:
Durch einen durchgängigen Informationsfluss im Unternehmen. Der ist bislang nicht üblich, denn verschiedene Abteilungen arbeiten häufig mit unterschiedlichen EDV-Systemen. So erstellt der Chemiker seine 3D-Molekülmodelle in einem proprietären Bildformat, das Marketing setzt z.B. Excel-Tabellen und die Qualitätssicherung eben Textdokumente. Außerdem erzählt der Forscher nur ungern dem Kollegen aus einem anderen Bereich über seinen neuesten Ergebnisse. Das Zugriffsrecht auf Dokumente anderer Abteilungen, die so genannte Querschnittssicht, ist ein ganz sensibles Thema.
CL:
Wie schätzen Sie die Marktentwicklung ein?
FvB:
Sehr positiv, denn mittlerweile beschäftigen sich alle Pharmaunternehmen mit Dokumenten Management und Querschnittssicht. Die ersten Ansätze befinden sich bereits in der Umsetzung wie die Einrichtung von Groupware und virtuellen Teamrooms. Bis zur durchgängigen IT-Lösung ist es zwar noch weit hin, doch die Vorreiter werden sich künftig am Markt behaupten.
CL:
Vielen Dank.

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Seitentitel: Interview_Info21_2001, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=303
Zuletzt aktualisiert am: 4.12.2001
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