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Kniffelige Einführung läßt Anwender zögern
Martin Fichter, Berater bei der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung, hat in seiner Workflow-Studie gängige Produkte kritisch unter die Lupe genommen. Verbesserungsbedarf sieht er bei der Flexibilität der Systeme.
(Michael Hase (MH), information week, Martin Fichter (MF))

(MH):
Ihre Studie ist stark produktorientiert. Wie beurteilen Sie ganz allgemein den Leistungsstand der Workflow-Systeme?
(MF):
Die Systeme haben sich im Vergleich zum Stand von vor drei Jahren erheblich verbessert, was Funktionalität und Antwortzeitverhalten betrifft. Bei den meisten handelt es sich um ausgereifte Produkte. Sie haben natürlich nach wie vor ein Verbesserungspotential, das es auszuschöpfen gilt.
(MH):
Wo liegen denn die Schwächen der Systeme?
(MF):
Die Schwächen werden im Zusammenhang mit neuen Schlagworten wie Enterprise Application Integration offensichtlich, überall dort, wo den Systemen eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit abverlangt wird. Workflow-Produkte, die sich für solche Lösungen anbieten, müssen Informationen schnell zusammensuchen, Transaktionen schnell routen, zum Beispiel in Call-Centern. Das sind allerdings Anforderungen, die Anwender auch schon in der Vergangenheit gestellt haben. Denn niemand setzt sich ein Vorgangsteuerungs-System ins Haus mit der Folge, daß Angestellte zwischen der Bearbeitung von zwei Aufgaben erst mal rausgehen und eine Zigarette rauchen können.
(MH):
Der Workflow-Markt befindet sich Ihrer Studie zufolge im Umbruch. Wo sehen Sie eine Haupttendenz?
(MF):
Momentan ist noch offen, wie sich der Prozeß im einzelnen vollziehen wird, in welchem Umfang sich der Markt umgestaltet und in welchem Zeitraum. Es ist aber bereits abzusehen, daß sich Workflow genau wie Dokumenten-Management zur Basistechnologie entwickelt. Das ist in vielen Branchen zu beobachten, insbesondere in der Telekommunikation, wo im Rahmen strategischer Projekte völlig neue Produkte kreiert werden. Beispielsweise Systeme für die Kommunikation zwischen Datenverarbeitung und Mobilfunk, bei denen eine Workflow-Engine Transaktionen zur Auftragsbearbeitung, zur Benachrichtigung et cetera steuert. Dem Anwender wird das meist gar nicht bewußt, weil die Engine bei diesen Produkten im Hintergrund arbeitet.
(MH):
Wird das Thema Workflow damit aus dem Bewußtsein breiter Anwenderkreise verschwinden?
(MF):
In den kommenden Jahren zumindest noch nicht. Es gibt noch genug IT-Lösungen in Unternehmen, die nicht von einem Systemanbieter vollständig abgedeckt werden. Das heißt, selbst wenn in einem Haus SAP eingesetzt wird, gibt es parallel dazu eine ganze Reihe von anderen Systemen. Und spätestens, wenn es um eine Geschäftsprozeß-Steuerung geht, die diese unterschiedlichen Systeme verbindet, kommen Workflow-Produkte ins Spiel. Zumal in vielen Großunternehmen auch in den kommenden Jahren weiterhin Host-Systeme eingesetzt werden, die sich geradezu dafür anbieten, bestimmte Einzelfunktionen zu kapseln und über eine Workflow-Engine zu steuern.
(MH):
In Ihrer Studie zeigen Sie modellhaft auf, wie Hersteller ihre Produkte künftig weiterentwickeln könnten. Worauf zielt die Kritik?
(MF):
Die Kritik betrifft die Flexibilität und Einfachheit des Change-Managements. Wenn sich ein Vorgang ändert, will der Anwender ja nicht jedesmal groß programmieren. Er möchte relativ einfach, am besten per Auswahl und Einfügen, seinen Ablauf neu strukturieren. Im Idealfall sollte ihn das System dabei unterstützen, seinen Ablauf individuell den Erfordernissen ad hoc anzupassen, ohne daß er SQL-Statements, Scripts oder Ähnliches durch Programmieren einfügen muß. Sämtliche Komponenten wie Vorgänge, Aufgaben bis hinunter zur Auswahl von Aufrufparametern von Fachanwendungen müßten dazu in einer Bibliothek bereitstehen, so daß sie einfach per Copy-and-paste zu einem Vorgang zusammengebaut werden können.
(MH):
Wie stehen die Hersteller solchen Forderungen gegenüber?
(MF):
Daß Anforderungen an die Flexibilität eines Workflow-Systems ein sehr wichtiger Punkt sind, haben inzwischen alle Hersteller erkannt. Alle behaupten auch, daran zu arbeiten. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob in der Zukunft etwas passiert oder ob sich die Ankündigungen als reines Lippenbekenntnis erweisen. Ich bin allerdings zuversichtlich, weil nicht zuletzt die Akzeptanz der Kunden von der Flexibilität der Systeme abhängt
(MH):
Herr Fichter, vielen Dank für das Gespräch!

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Seitentitel: Interview_infoweek, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=375
Zuletzt aktualisiert am: 10.12.2001
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