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Eliten im Dokumentenmanagement
Interview mit Dr. Kampffmeyer zum Markt für Document Related technologies
Interview von Michael Hermann, Redaktion iCONOMY, Mediengesellschaft meetbiz, mit Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung zu aktuellen Fragen und Trends des Dokumenten-Managements (26.06.2003).
(MH: Michael Hermann, iCONOMY; Kff: Dr. Ulrich Kampffmeyer)
MH:
Wie definieren Sie Dokumentenmanagement (DMS), und wie würden Sie es von verwandten Segmenten ((Enterprise)Content, Knowledge etc.) abgrenzen?
Kff:
Wir erleben zur Zeit eine wahre Flut, eine babylonische Sprachverwirrung mit neuen Begriffen und Akronymen. DMS wird in Deutschland als übergreifende Bezeichnung für die Branche und für sehr unterschiedliche Lösungen benutzt. DMS schließt bei uns Archivierung, Workflow, Dokumentenmanagement im engeren Sinn, Erfassungslösungen etc. ein. Im ursprünglichen angloamerikanischen Sprachgebrauch sind Document Management Systeme Lösungen mit Funktionen wie Checkin/Checkout, Versionierung, Visualisierung als elektronische Akte etc., also nur ein Teilbereich des deutschen Verständnisses von DMS. Inzwischen haben sich neu Bezeichnungen wie DRT Document Related Technologies oder ECM Enterprise Content Management herausgebildet. Sie haben einen umfassenderen Anspruch. DRT geht davon aus, das Dokumenten-Technologien IT-Infrastruktur werden und als Dienste allen Anwendungen einheitlich zur Verfügung stehen. ECM sieht sich als die umfassende Vision der Integration herkömmlichen Technologien wie Workflow, Records Management und Document Management mit den neuen Technologien wie Wissensmanagement, Web Content Management und Collaboration.
MH:
Nennen Sie bitte die drei wichtigsten Anbieter im DMS-Segment und begründen Sie Ihre Wahl!
Kff:
Eine knifflige Frage, da wir eigentlich zuvor geklärt haben müßten, aus welchem der diskutierten Segmente. Ich gehe hier einmal von den unterschiedlichen Kategorien von ECM aus. Im Capturebereich sind es eigentlich nur noch zwei, Dicom/Kofax und Captiva. Einen allumfassenden Anspruch von ECM vertreten IBM, Documentum, FileNET und IXOS. Im Outputmanagement wäre Betasystems zu nennen. Aber das Thema wird erst richtig interessant, wenn man sich die Produkte und Unternehmen ansieht, die inzwischen im Sinne von DRT Dokumenten-Technologien integriert haben, so z.B. SAP. Daneben gibt es eine Vielzahl von weiteren Unternehmen, die im deutschen DMS-Markt eine wichtige Rolle spielen: SER, GFT Solutions, IQDoQ, Gauss Interprise, Ceyoniq, OS Optimal Systems, Easy, BancTec, Tower Technology, ELO, Comprendium, Stella, Docuware, WinDream, Open Text, d.velop, etc. etc. Der deutsche Markt ist immer noch mit Produkten übersetzt und wird sich weiter konsolidieren. Daher kann ich Ihnen auch keine Wahl der drei wichtigsten anbieten. In Kundenprojekten entscheiden wir immer auf Grund der speziellen Anforderungen und der vorhandenen Infrastruktur, welche Anbieter in Frage kommen. Dementsprechend fällt die Begründung und auch die Auswahl unterschiedlich aus. Als unabhängiger Berater möchte ich hier auch nicht den einen oder anderen bevorzugen oder benachteiligen - daher verkneife ich mir hier die Nennung der "drei Wichtigsten".
MH:
Leistungsprofil: Welche aktuellen Produkte der ausgewählten Anbieter verdienen besondere Erwähnung (aufgrund welcher Eigenschaften)?
Kff:
Nur wenige Anbieter hatten die Kraft und die Ressourcen wirklich neue Produkte in letzter Zeit auf den Markt zu bringen. Auch die folgende Zusammenstellung ist nur eine Auswahl: SAP mit eDMS und Records Manager, iXOS mit der Econ-Suite, inzwischen ergänzt um Workflow und Web Content Management, FileNET mit dem ECM- und BPM-Produktportfolio P8, IBM mit der Zusammenführung ihrer Produkte im Websphere-Umfeld, Documentum mit dem Portalansatz und der Integration von Records Management, Amenotec mit ihrem Klassifikationsansatz, Virtual Rescan von Dicom, Web-Archivierung von Tower, die neuen BPM-Tools von Staffware und Transflow, OCÉ und andere Capture-Anbieter mit automatisierten Eingangsrechnungsverarbeitung ... um nur einige wenige zu nennen.
MH:
Welche sind/werden die beherrschenden Themen im Bereich DMS?
Kff:
Technologisch betrachtet sind die Umstellung der Software auf Java und/oder Dot.Net-Technologien, die zunehmende Unterstützung von Linux, die Integration von elektronischen Signaturen und der Einsatz von XML wichtige Themen in den Entwicklungs- und Produktmanagementabteilungen der Anbieter. In Hinblick auf Zielmärkte hat der öffentliche Sektor eine sehr große Bedeutung erlangt. BundOnline2005 aber auch davon unabhängige Projekte, DOMEA und SAGA, haben hierzu beigetragen. In anderen klassischen Zielmärkten wie Finanzdienstleister ist jedoch eine gewisse Stagnation festzustellen. Aus Anwendersicht haben Themen wie Kosten- und Personaleinsparung, Unterstützung moderner Anwendungen wie CRM Customer Relationsship Management oder SCM Supply Chain Management, Integration von Dokumenten-Technologien in bestehende Kommunikations- und ERP-Systeme, Vereinheitlichung heterogener DMS-Infrastrukturen, und das Thema der Archivierung steuerrelevanter Daten zur Zeit einen hohen Stellenwert. Angesichts der wirtschaftlichen Situation sind ROI und Nachhaltigkeit sowie möglichst geringe Kosten beherrschende Themen.
MH:
Wie beurteilen Sie insgesamt die Branche und ihre Wachstumsaussichten? (Gibt es hier neuere Untersuchungen, Studien, Rankings oder Ähnliches?)
Kff:
Die Wachstumsaussichten sind immer noch stark getrübt, obwohl nach neuen Untersuchungen von Information Week in den USA (Rang 3 für Document/Content Management) und Morgan Stanley (Rang 4 für Document Management und andere DRT-Themen auf weiteren Platzierungen unter den ersten 10) , das Thema DRT mit den Aspekten DMS, ECM und BPM wieder auf die höheren Ränge im Entscheiderinteresse vorgerückt ist. Auch die Gartner Group sieht für Ende des Jahres 2003 wieder Licht am Ende des Tunnels. Ob bis dahin alle Anbieter durchhalten, wird sich zeigen. Aus den prognostizierten Zahlen der Analysten für die letzten Jahre mit 25% und mehr Steigerungsrate ist bekannter Weise nichts geworden. Das wesentlich geringere Wachstum verteilte sich auf zu viele Anbieter und wurde darüber hinaus von bisher nicht im DMS-Markt präsenten Firmen wie SAP, Oracle und Microsoft in Teilbereichen bereits abgegriffen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, je mehr Dokumenten-Technologie Bestandteil von Standardsoftware wird. Eine Vielzahl der bekannten Anbieter in Deutschland ist erheblich geschrumpft. Zahlreiche kleinere Firmen haben aufgegeben, wurden übernommen oder haben sich vom Produktanbieter zum Systemintegrator gewandelt. Wenn es Wachstum gab, dann konzentrierte sich dieses auf spezielle Branchenlösungen, bestimmte Branchen und einzelne spezielle Anwendungsbereiche. Das eigenständige Profil der DMS-Branche ist dabei durch die vielen neuen Akronyme, die Konvergenz der Technologien und immer neue Randbereiche mit Dokumenten-orientierten Technologien verschwunden.

© CopyRight bei PROJECT CONSULT und bei der iCONOMY Redaktion 2003
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Seitentitel: Interview_iConomy_2003, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=593
Zuletzt aktualisiert am: 13.9.2003
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