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Dokumentenmanagementsysteme (DMS)
Interview von Björn Lorenz, Redakteur von Business&IT, mit Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung (20.05.2004).
(B&IT: Björn Lorenz, Business&IT, Kff: Dr. Ulrich Kampffmeyer)
B&IT:
Wie schätzen Sie die aktuelle Marktsituation im DMS-Markt ein?
Kff:
Der Markt erhält derzeit starke Impulse durch Compliance-Anforderungen wie die GDPdU, E-Mail-Archivierung, automatisierte Rechnungsverarbeitung, Business Process Management und immer intelligenter werdende Speichersubsysteme. Man kann jedoch nicht mehr vom klassischen DMS-Markt sprechen. Die Vielfalt der Themen und Lösungen hat zu neuen Akronymen wie ECM Enterprise Content Management, ILM Information Lifecycle Management und DRT Document Related Technologies geführt.
B&IT:
Wie wird sich der Markt in Zukunft entwickeln?
Kff:
Es ist von einem weiteren Wachstum auszugehen, jedoch muss man sehen, in welchen Teilsegmenten. Auch wird ein Großteil dieses Wachstums von Anbietern abgegriffen werden, die man bisher nicht zum klassischen Umfeld von DMS gerechnet hat: EMC, Microsoft, Adobe und andere. Derzeit drängen auch die Speichersystemanbieter in das Thema Archivierung und Dokumentenmanagement ein.
B&IT:
Gibt es Unternehmen mit Nachholbedarf?
Kff:
Nachholbedarf gibt es bei allen Unternehmen. Dies schließt nicht nur Neuinstallationen sondern auch die Konsolidierung vorhandener Inseln und die Erweiterung von Lösungen ein. Besonders durch rechtliche und regulative Vorgaben entsteht immer mehr Druck. Daher wird man zukünftig ECM den gleichen Stellenwert wie z.B. ERP oder CRM in der IT-Infrastruktur der Unternehmen einräumen müssen.
B&IT:
Welche technischen Trends sind derzeit zu verzeichnen?
Kff:
Technische Trends gibt es viele. Besonders durch die Zusammenführung von herkömmlichen DMS- mit Web-Content-Management- und Portal-Technologien verändern sich Plattformen und Programmierumgebungen. JAVA und XML erlangen hier eine wichtige Bedeutung.
B&IT:
Sind die Ansprüche mittelständische Betriebe beim Einstieg in DMS höher als früher?
Kff:
Die Ansprüche sind dahingehend gestiegen, dass der Mittelstand eigentlich vorkonfigurierte Lösungen erwartet, die auf ihre Problem zugeschnitten sind, preiswert ohne großen Aufwand eingeführt und kostengünstig betrieben werden können. Im Mittelstand beginnt jetzt erst die Wahrnehmung der Wichtigkeit des Themas.
B&IT:
Welche Rolle spielen Allianzen zwischen DMS- und CRM- bzw. ERP-Herstellern abzuwickeln?
Kff:
DMS- und ECM-Komponenten müssen als Dienste in die führenden Anwendungen im Unternehmen integriert. Die Bereitstellung von Schnittstellen und das Zusammenwirken von DMS-Produkten mit CRM- und ERP sind heute essentiell für eine medienbruchfreie Nutzugn aller im Unternehmen gespeicherten Informationen. Dies gilt im übrigen auch Bürokommunikationslösungen wie Lotus Notes/Domino und Microsoft Outlook/Exchange sowie Fachanwendungen.
B&IT:
Wie stark schätzen Sie die Verunsicherung der Unternehmen hinsichtlich der aktuellen Marktkonsolidierung ein?
Kff:
Die Verunsicherung ist sehr groß, da auch immer neue Marketing-Slogans geboren werden und damit die potentiellen Anwender eher noch mehr irritiert werden. Marktkonsilidierung heißt außerdem nicht, dass Auswahlverfahren einfacher werden.
B&IT:
Wie beurteilen Sie den Trend, dass ERP- und CRM-Hersteller eigene Module im Bereich DMS/WMS entwickeln?
Kff:
Diesen Trend haben wir bei PROJECT CONSULT bereits 1998 in unserem Beitrag "Paradigmenwechsel im Dokumentenmanagement" vorausgesagt. Es ist auch ganz natürlich, dass die Anbieter von CRM- und ERP-Software sich um das Thema kümmern, denn viele Geschäftsinformationen liegen eben nicht als Daten in strukturierter Form vor sondern in Gestalt von Dokumenten. Wenn man eine übergreifende Sicht auf einen Kunden oder einen Geschäftsvorfall haben muss, braucht man beides, Daten und Dokumente. Auch ist der sich stürmisch entwickelnde ECM-markt von großem Interesse, da er Nachverkäufe zu den bereits installierten CRM- oder ERP-Lösungen ermöglicht, die man ungern Dritten überlassen möchte.
B&IT:
Auf was sollten potentielle Anwender beim Kauf achten?
Kff:
Hier sind eine ganze Reihe von kurzfristigen wie auch langfristigen Auswirkungen zu bedenken. Besonders im Umfeld der Archivierung und des Information Lifecycle Management muss man sich bewußt machen, dass die heutigen Lösungen in 10 oder 20 Jahren nicht mehr da sein werden und sollte daher auch das Thema Migration einplanen. Produkte sind heute sehr vergleichbar geworden, deshalb kommt es immer mehr auf den Realisierungspartner an: z.B. hat er schon vergleichbare Projekte mit gleicher Aufgabenstellung in der selben Branche gelöst, bekomme ich für mein Projekt das gleiche Team. Die Einhaltung von Standards wird wichtig um Kompatibilität und langfristige Verfügbarkeit sicherzustellen. Dennoch werden heute viele Projekte ungeachtet dieser weichen Parameter, von Folgekosten und der wirklich benötigten Funktionalität immer noch nur über den Preis entschieden.
B&IT:
Werden klassische DMS-Lösungen durch Internetportale abgelöst? Geht die DMS-Technologie in Inter- oder Intranetlösungen auf?
Kff:
Dies gerade ist einer der Ansätze von ECM Enterprise Content Management - die Zusammenführung von DMS und WCM mit einer langen Liste weiterer Komponenten. Portale sind dabei nur eine mögliche Komponente für die Nutzung von Dokumenten-Technologien die sich als Services auf einer Middleware in der Unternehmens-IT-Infrastruktur positionieren.

© CopyRight bei PROJECT CONSULT und Business&IT 2004
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Seitentitel: Interview_PC_Business_2004, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=642
Zuletzt aktualisiert am: 23.5.2004
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