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Im Interview Dr. Ulrich Kampffmeyer

Interview von Sascha Alexander, Computerwoche, August 2008.
(SA: Sascha Alexander; Kff: Dr. Ulrich Kampffmeyer)


SA:
Welche zentralen Trends sehen Sie aktuell im deutschen ECM-Markt?
Kff:
Während die großen internationalen Anbieter auf allumfassende Suiten setzten (vorneweg IBM, ECM und OpenText dann mit Abstand Oracle, HP, Adobe, Interwoven und der Rest der „Bande“), versuchen die deutschen Anbieter die Fertigungstiefe herauszunehmen, um überhaupt noch mithalten zu können. Nach außen hin wird allerdings so getan, als ob man ebenso wie die internationalen großen Anbieter ein vollständiges ECM-Portfolio hätte. Zu vielen Produkten aus Deutschland gibt es auch Berichte über Mängel in der Software. In Bezug auf Umstellung auf SOA und andere moderne Programmierungstechnologien haben es die mittelständischen Anbieter schwer Schritt zu halten, da man nicht beliebig Ressourcen bekommen und auch bezahlen kann. Der Spagat zwischen der Bewahrung der bestehenden Kundschaft mit älteren Lösungen und den Anschluss zum Markt zu behalten wird immer schwieriger. Gerade Begriffe wie Web 2.0, Enterprise 2.0, BI und andere setzen die kleineren ECM-Anbieter unter Druck, da man aus der Archiv-, Dokumentenmanagement- und Workflow-Ecke kommed sich nicht beliebig neu orientieren kann (aber eigentlich müsste). Die Branche lebt zum Teil von der Anbindung und der Integration von ECM-Komponenten in andere Standard-Software - an erste Stelle Microsoft Sharepoint (und Exchange im E-Mail-Umfeld) sowie immer noch SAP. Der Spielraum für ECM zwischen den großen strategischen Anwendungsumgebungen wird aber immer enger. Die mittelständischen Unternehmen wollen dem mit Branchen-Lösungen oder Nischen-Lösungen entgegen treten. Compliance und GRC werden hier als die „großen Rettungsanker“ gesehen, auch wenn Records Management in Deutschland noch nicht sehr verbreitet ist.
SA:
Wie schätzen Sie die Anbieterlandschaft in Deutschland ein?
Kff:
Bei großen Anwenderunternehmen wird eifrig konsolidiert. Zwar fallen Produkte und Anbieter nicht gleich heraus sondern werden „ausgealtert“, aber die Marktaufteilung verändert sich. Der Mittelstand ist zwar näher an den Unternehmen dran, aber gerade bei internationalen Konzernen setzen sich immer mehr die großen Software- und Systemanbieter durch – sie haben einfach viel mehr Vertriebskraft und ein Bundeln von Produkten führt dazu, dass man seine ECM Komponenten bald mit dem nächsten Softwareupdate mitgeliefert bekommt. Alle mittelständischen Unternehmen kämpfen daher um jedes einzelne Projekte – über den Preis, über Zusatzleistungen, oder wie auch immer. Es gibt nicht mehr die grüne Wiese der 90er Jahre. Es müssen vielfach vorhandene Lösungen integriert oder migriert werden. Die Anforderungen an die Integration sind sehr stark gestiegen. Es geht nicht mehr um das alleinstehende Archivsystem sondern um die komplette Integration in die vorhandene Software-Landschaft. Um den Integrationsanforderungen gerecht werden zu können, setzen viele Produktanbieter auf Systemintegratoren. Diese haben aber inzwischen in der Regel mehr als ein ECM-Produkt im Portfolio und bieten Zusatzanwendungen an, die die zu Grunde liegenden ECM-Komponenten austauschbar machen. Nur wenige Anbieter in Deutschland setzen darauf, alles selbst zu realisieren – Produkthersteller und Systemhaus in einem zu sein. Noch rund 20 ernstzunehmende mittelständische, ehemalige DMS-Anbieter, tummeln sich in Deutschland. Ständig wechselnde Strategien, Vertriebs- und Produktansätze zeigen deutlich, wie sich der Druck erhöht hat. Zusammengefasst – für die deutschen Mittelständler wird es immer enger – zu viele Anbieter mit Lösungen aus anderen Produktkategorien, von ILM und Storage über ERP und CRM über Datenbanken und Suchmaschinen über OpenSource und SaaS usw. usw., – wildern im ECM-Geschäft. Auch das Besetzen strategischer Lücken im Microsoft, SAP oder IBM Umfeld wird nicht ewig für Geschäfte sorgen.
© CopyRight und PROJECT CONSULT 2008
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Seitentitel: Interview_Computerwoche_2008, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=903
Zuletzt aktualisiert am: 8.10.2008
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